Die Geiseltalsee-Geschichte – vom Braunkohletagebauloch zum größten künstlichen See Deutschlands

Besucht man heute den Geiseltalsees, dann erinnert nur noch wenig an den einstigen industriellen Kohletagebergbau im Geiseltal. Ein Industriezweig, der sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Geiseltal etablierte und diese Region fast 140 Jahre lang industriell prägte. Heute ist es einem Besucher kaum vorstellbar, dass hier fuhren noch vor 20 Jahren Kohlezüge Tag und Nacht, quietschten und lärmende Schaufelradbagger 24 Stunden am Tag, - sieben Tage die Woche,- 365 Tage im Jahr tätig waren.

Die Rohbraunkohle aus dem Geiseltal schuf die Voraussetzung dafür, dass die industrielle Entwicklung im Raum Merseburg mit der Ansiedlung der Großbetriebe LEUNA, BUNA und WINTHERSHALL danach ADDINOL) in der enormen Größe überhaupt möglich war. Von der ersten urkundlich belegten Erwähnung im Jahre 1698 bis zur endgültigen Einstellung des Braunkohlenabbaus 1993 vergingen fast 300 Jahre. In dieser Zeit wurden im Geiseltal ca. 1,43 Mrd. Tonnen Rohbraunkohle gefördert, in 8 Fabriken zu Brikett gepresst oder direkt in den Kraftwerken der genannten Großbetriebe zur Strom- und Prozesswärmegewinnung verbrannt.

Die nach Abbau der Braunkohle verbliebenen riesigen Tagebaurestlöcher führten schon zu DDR-Zeiten zu Überlegungen zur weiteren Nutzung, wobei jedoch zunächst nur an einen großen Wasserspeicher gedacht war.

Nach der Wiedervereinigung richteten sich die Planungen seit 1991 auf die Sanierung mit dem Ziel, unter dem Namen Geiseltaler Seenkomplex ein überregionales Erholungs- und Freizeitgebiet zu schaffen. Durch den Abbau entstand ein knapp 80 m tiefes Tagebaurestloch von rund 2.600 Hektar Fläche.

Die Flutung mit Saalewasser begann nach umfangreichen Erd- und Sanierungsarbeiten 10 Jahre später am 30. Juni 2003 und wurde 2011 abgeschlossen. Ende August 2008 erfolgte der Zusammenlauf aller Teilseen zu einer geschlossenen Wasserfläche beim Stand von 90,3 m ü. NHN.

Die neu entstandenen Wald- und Erholungsflächen betragen etwa 800 Hektar. Am 29. April 2011 erreichte der Geiseltalsee seinen höchsten Pegelstand von 98,05 m ü. NHN. Es ist vorgesehen, dass noch mindestens 20 Jahre lang Fremdwasser zugeführt wird, weil der bergbaulich zerklüftete Untergrund Versickerungsverluste verursacht.

Redaktion: Harry Günther

Fotos: Wolfram Dittner

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Teilsperrung Geiseltalsee-

rundweg

Der Geiseltalseerundweg ist wieder einmal von Neumark bis Krumpa gesperrt. Umleitung für Radfahrer und Fußgänger durch das Industriegebiet Krumpa. Die Umleitung ist sehr mangelhaft ausgeschildert!

Angelberechtigungskarten für den Geiseltalsee

Für den Geiseltalsee sind Angelberechtigungskarten am Geiseltalsee-Camp in Stöbnitz und im GET Besucherzentrum in Braunsbedra erhältlich. Die Tageskarte kostet 20 €, eine Wochenkarte 40 €, und eine Monatskarte 80 €. Infos hier.

Fotos der Region gesucht!

Momentan benötigt das Projekt dringend Fotos zu vielen Themen, bzw. Berichten. Denn, wie man sieht, gibt es noch sehr viele Berichte, zu denen passende Fotos fehlen. Hier probieren wir, Wert auf gute Fotos zu legen, denn gute Fotos vermitteln ein positiveres Bild der Region. Kontakt: geiseltalinfo@ok.de

Hobby-Redakteure gesucht!

Das Tourismusmarketing-projekt geiseltalinfo.de sucht zur Umsetzung des Projektes Onlineredakteure(innen) mit und ohne Erfahrung. Kostenfreie Einarbeitungs- und Weiter- bildungskurse sind fest eingeplant. Mehr Infos hier.